Alte Handys helfen der Nachsorgeklinik

20.Januar 2016

Strausberg (MOZ) Eine ungewöhnliche Spendenaktion zur Unterstützung der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg hat die Barnimerin Paola Eckert-Palvarini gestartet. Sie sammelt alte Handys und gibt diese zur Verwertung. Auch in der MOZ-Lokalredaktion Strausberg steht jetzt eine Box. Elektronik”schrott” für einen guten Zweck: Paola Eckert-Palvarini sammelt alte Handys zugunsten der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg. Eine solche Box steht nun auch in der MOZ-Lokalredaktion Strausberg. Weitere verschickt sie gern.

Paola Eckert-Palvarini
Quelle: Privat

Im Heimatkreis der Wandlitzerin läuft die Aktion bereits seit einiger Zeit. Sammelboxen wurden zum Beispiel in Schulen und Kitas aufgestellt. Gesammelt wird überdies auf dem Campus Berlin-Buch, auf dem sowohl die Initiatorin wie auch ihr Mann wirken, der Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler AG ist, eines Unternehmens, das Wagniskapital im Biotechnologiebereich vermittelt.

Nun soll das Vorhaben auf Märkisch-Oderland und andere Regionen ausgedehnt werden. “Ich gehe davon aus, dass viele ein neues Handy unter dem Weihnachtsbaum gefunden haben. Dann ist das alte übrig”, erläutert die gebürtige Mailänderin, die mit Mann und vier Kindern seit 13 Jahren am Wandlitzsee lebt. Der Deutsche wechsle sein Handy durchschnittlich alle anderthalb Jahre. Es wäre schade, wenn die Altgeräte in Schubladen verstaubten oder im Müll landeten, da sie wertvolle Metalle wie Gold, Silber und Kupfer enthalten, die wiederverwertet werden können. Die Physikerin verkauft die gesammelten Handys an eine Recyclingfirma in Eberswalde. Die zahlt ihr sechs Euro pro Kilo in der Box. Der Erlös geht auf das Konto des Förderkreises der Kindernachsorgeklinik, erklärt die Dozentin.

Mit der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg sei sie in Kontakt gekommen, als das Kind einer Freundin an Krebs erkrankte und mit seiner Familie für einen Monat dort zur Rehabilitation weilte. “Durch diese Erfahrung habe ich gesehen, wie wichtig diese Form der Rehabilitation ist. Nachdem das Kind nach vielen Wochen der Angst und Ungewissheit erfolgreich therapiert und aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war seine Familie auf sich allein gestellt, wusste wenig darüber, wie sie mit den psychischen und physischen Folgen der Therapie umzugehen hat und war mit den Nerven völlig am Ende”, berichtet sie. Eine Rehabilitation der ganzen Familie sei in diesen Fällen absolut notwendig, um sie im Umgang mit dem erkrankten Kind zu schulen, Kraft zu geben und wieder fit für den Alltag zu machen. Seit dieser Zeit sei sie Mitglied des Förderkreises der Kindernachsorgeklinik.

Kürzlich habe sie erfahren, dass dringend ein Langzeit-EKG benötigt wird. Daraufhin habe sie sich entschlossen zu helfen. “Geld sammeln wollte ich nicht”, erklärt sie. Die Menschen würden heutzutage schon von vielen Seiten bedrängt, Geld zu spenden. “Deswegen sammle ich liebe alte Handys, die sowieso bei vielen zu Hause rumliegen.” Die Sammlung bei Schulen habe zudem einen pädagogischen Nebeneffekt. Schüler seien in einem Alter, in dem sie ein Handy besitzen, sich immer neuere Modelle wünschen und keine Gedanken machten, was mit den alten passiere, so die Initiatorin, die im gläsernen Labor, einer Bildungseinrichtung auf dem Campus Berlin-Buch, Kurse mit Schulklassen leitet und das Projekt “Forschergarten” für Kita mit entwickelt hatte.

“Ich würde mich freuen, weitere Unterstützer zu finden. Ich stelle gern Sammelkisten, die dazugehörenden Plakate und Handzettel zur Verfügung.”

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